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| miquid lusic |

Posted: März 11th, 2014 | Author: | Filed under: exkurs ohne norm, sound | No Comments »

es ist ein kreuz mit der dialektik von beständigkeit und wandel. ist sie ein pendel, das – ohne schwung einzubüßen – just kurz vor den determinismus und dann wieder zum tabula rasa hin- und herschwingt? oder eher ein strategisches schachspiel, bei dem weiss nur gegen schwarz gewinnen kann – vice versa – wenn die jeweils komplementäre farbe sich überhaupt aufs spielbrett traut? oder gehört sie in die kategorie der vorderräder, die immer in dieselbe richtung lenken und von einem dritten rad, dem lenkrad, gesteuert werden? egal, welche denkbilder bemüht werden, sie windet sich immer heraus aus der erklärbarkeit. und dann schreibt bruno latour den satz: „wir sind nie modern gewesen“; wie ein donnerschlag hallt dieser durch die gehörgänge der verfechter von postmoderne und poststrukturalismus. wie, wo, was, wenn wir nie modern gewesen sind, können wir schon erst recht nicht postmodern geworden sein.

mit übermut könnte man dies auf die derzeitige electronifizierung der hauptstädtischen musiklandschaft übertragen. sie dekategorisiert sich zu einer flüssigen konsistenz von soundpattern und beatbrei. rebusartige sinn- und unsinnfelder werden kreiert, mal mit symbolischer aufladung, mal als bewusster nihilo-trash. beständigkeit und wandel ereignen sich hier in ein und demselben moment, als endlosschleifige liquid music (bitte bloss keine unterbrechung, dies könnte für einen kurzzeitigen moment bewusstseinsirritierenden schock erzeugen) mit gleichzeitiger erprobung bisher nie dagewesener soundvariationen. von der reglermanie zur rebusparty? indirekter ausdruck von emotion in verflüssigtem aggregatszustand? klammer auf (

) klammer zu. elektronische beats als mosaiksteinchen für ein gesellschaftlich-auditives gemälde? eine liquide hinterbühne für die reibungslose unterstützung von kommunikationshülsen? programmierbare innovation als strukturelement einer poststrukturalistischen popmusik? fragen in endlosschleifen, ich komme hier nicht weiter; besser abschalten. com truise machts vor.

 

 



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